Was mich an Journalistenanschiss immer wieder wundert.

In dem von-der-Leyen-Video aus dem Kindergarten sieht man mal wieder etwas,
was es in der Medienlandschaft häufig zu sehen gibt und was ich nie
verstehe: arrogante Menschen, die Medienvertreter mit herrischer Miene “in
die Schranken weisen”, indem sie erklären, dass irgendwo eine Kamera nicht
erlaubt sei, oder dass bestimmte Journalisten nicht erwünscht seien.

 Ich bin jedes Mal erstaunt und frage mich, ob die Leute nicht merken, wie
lächerlich sie dabei wirken? Fast jeder Mensch hat doch ein gewisses
Grundinteresse daran, in der Öffentlichkeit ein wenigstens halbwegs
günstiges Bild abzugeben. Und wer nun in der breitesten Öffentlichkeit
Journalisten an ihrer Arbeit hindert, der zeigt in den meisten Fällen a)
dass er ein seltsames Demokratieverständnis hat, und b) tut dieses in der
größtmöglichen Öffentlichkeit – also dort, wo ganz sicher damit zu rechnen
ist, dass es sehr sehr viele Menschen sehen werden. Denn die Journalisten
werden natürlich dann, wenn sie so direkt in der Ausübung ihrer Arbeit
gehindert werden, nicht klein beigeben und die Sache verstecken. Sondern
ganz im Gegenteil werden sie denjenigen ganz offen darstellen, der sie an
ihrer Arbeit hindert.

 Im Video hier ist das vor allem diese Gitta Connemann
http://www.gitta-connemann.de/ in der grünen Bluse und der Herr im dunklen
Anzug und mit dem norddeutschen Ton in der Stimme. Dazu natürlich Zensursula
selbst. Sie sehen wie die absoluten Deppen aus. Und ich frage mich: Warum
machen solche Leute das? Ist das ein Intelligenzproblem? Oder mangelnde
Medieninkompetenz?

 

 http://www.spiegel.de/video/video-1017806.html

Kommentare

  1. Das ist eine sehr gute Frage, die ich mir auch immer wieder mal stelle. Mittlerweile glaube ich darauf eine sehr einfache Antwort gefunden zu haben: Arroganz. Simple, aber grenzenlose Arroganz.Und das schlimme ist, dass diese Arroganz nicht völlig unbegründet ist: die öffentlich-rechlichen Medienanstalten, zahlreiche partei-eigene und -nahe Zeitungen und Zeitschriften, aber auch freie Journalisten veröffentlichen zuverlässig und unreflektiert tagtäglich die Regierungs- und Parteipropaganda. Da ist so ein kleiner Zwischenfall wie mit dem Spiegel doch für Leute wie Zensursula wirklich lächerlich unwesentlich.

  2. @Ansgar Da ist was dran. Ich kann verstehen, dass manche Leute auch einfach genervt von Journalisten sind, weil letztere teilweise oft auch extrem unsauber und achtlos schreiben und veröffentlichen. Dennoch – gerade im Wahlkampft finde ich diese Arroganz doch irgendwie erstaunlich. Da muss man doch wissen, dass alle die Augen weit offen haben?

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