Warum “ich habe doch nichts zu verbergen” nie gelten kann.

Im D64-Newsletter habe ich grade diesen Eintrag im Jazzblog gefunden. Darin beschreibt der Autor, warum die Aussage “ich habe doch nichts zu verbergen” im Zusammenhang mit Spionage niemals gelte darf. Der Grund: Polizisten bauen Mist, irren sich, verschludern Daten:

(…) Dennoch taperte ich daraufhin artig zur Wache und schob mir artig das Wattestäbchen in die Wangentasche [wegen einer flächendeckenden DNA-Analyse]. Wenige Tage später klingelte es an der WG-Tür und zwei freundliche, aber sehr bestimmte Kripo-Beamte fragten mich, warum ich denn noch keine Probe abgegeben hätte. Als ich darauf hinwies, dass ich bereits auf der Wache gewesen wäre, entschuldigten sie sich und meinten noch, ich würde ja eh von Alter und Statur her gar nicht ins Fahndungsprofil passen. Als Am Tag drauf dann erneut ein Kripobeamter anrief und sehr unwirsch meinte, warum ich noch keine Probe abgegeben hätte, war es dann an mir unfreundlich zu werden. Ich konnte mir einen Kommentar nicht verkneifen, dass es, wenn sie genauso ermitteln wie sie ihre Proben koordinieren würden, kein Wunder sei, dass der Täter noch nicht dingfest gemacht sei.

Danach war dann Ruhe. Bis zu jenem Tag, an dem ich Post von der Staatsanwaltschaft erhielt, dass nun das formelle Ermittlungsverfahren gegen mich eröffnet und meine Probe zur Analyse weitergeleitet worden sei. In der Zeitung konnte ich Monate später lesen, dass die ganze Aktion außer Spesen nichts eingebracht habe.

Der Staat hat nicht immer recht und der Staat hat nicht alle seine Akten im Griff. Wenn er jetzt auch noch dabei ist, alle grundlos zu überwachen und aus allem und jedem Datensatz potenziell Schlüsse zu ziehen, dann wird das arg schwierig mit dem funktionierenden Rechtsstaat. Denn dann stehen wir potenziell alle ständig unter Verdacht.

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