These zum Klimawandel: die Autoindustrie ist hilflos.

Unterschiedliche Leute achten auf unterschiedliche Dinge, wenn sie mit anderen im Auto sitzen. Ich achte unter anderem darauf, wann und wie Leute die Gänge wechseln. Vor wenigen Tagen nahm ich im Raum Düsseldorf ein Taxi – es war ein handgeschalteter Mercedes. Der Fahrer fuhr sechzig-siebzig … bis zu achtzig Kilometer pro Stunde – im dritten Gang. Vielleicht im vierten. Ich habe eine Bekannte, die innerorts so gut wie ausschließlich im dritten Gang fährt. Das können zum Teil (Berlin) achtzig Stundenkilometer sein.

Es gibt in Deutschland (und sicher auch anderswo) die weit verbreitete aber falsche Meinung, dass man bei sogenannter “niedertouriger” Fahrweise irgendetwas am Fahrzeug beschädigen oder aber irgendwie ineffizient fahren könnte. Dazu werden Unwahrheiten verbreitet, dass bspw. bei niedrigen Drehzahlen das Öl nicht warm würde, und dass man den Motor belasten und schneller beschädigen würde.

Selbst wenn die Autoindustrie nun eine Flotte mit dem Durchschnittsverbrauch anbietet, der mit dafür nötig ist, die Klimaziele zu erreichen, bringt das effektiv kaum was für’s Klima – solange die Autofahrer weiter im dritten Gang durch die Innenstädte ballern und über “untertourige Fahrweise” Schauermärchen erzählen. Denn dann bleibt der real erzielte CO2-Ausstoß weiter auf hohem Niveau. Das Klima interessiert nicht, was in den Boschüren der Hersteller und in den TÜV-Tests steht, sondern was tatsächlich an CO2 aus den Autos kommt. Denn auch mit einem nominellen 3-Liter-Auto kann man fünf oder acht Liter verbrauchen und die entsprechenden CO2-Mengen erzeugen.

Kommentare

  1. Klare Lösung: Elektroautos :) .Ein einziger Gang bis 190, da kann keiner was falsch machen.Natürlich muss auch die bestehende Flotte effektiver genutzt werden. Aufklärng über Drehzahlen tut daher Not.

  2. Der Durchschuss zwischen Headline und Inhalt ist mir hier deutlich zu groß. Und mit dem untertourig fahren ist’s halt so eine Sache. Mit dem Volvo V50 fahr ich 40 im sechsten Gang, der VW Touran hat dafür nur ein beinhartes “Plonk” übrig und stellt jegliche motorische Dienste ein.

  3. @pr+co Das Layout stellt Posterous freundlicherweise zur Verfügung. Und was unterschiedliche Autotypen betrifft – na klar, aber man kann ja immerhin ausprobieren, was möglich ist.

  4. HarrHarr, mit dem “Durchschuss” war die inhaltliche Kluft zwischen Überschrift und Text gemeint, weniger das posterous’sche Layout. Ihr Text legt nahe, dass es eher die Fahrer sind, die hilf- bzw. ahnungslos sind. Wer sparsam fahren möchte findet an jeder Ecke Hinweise, wie er um die 20 Prozent Sprit und damit CO2 einsparen kann. 20 Prozent! Nur durch ein bisschen Köpfchen! Ein Autobauer muss für diese Reduzierung seinen kompletten Laden auf den Kopf stellen.

  5. @pro+co Das mit dem Durchschuss hatte ich schon verstanden, glaube ich. Aber der hängt halt mit dem Layout des Templates von Posterous zusammen.Ansonsten sind wir auch komplett einer Meinung: es geht mir ja auch darum, dass eine Verhaltensänderung der Fahrer entscheidend ist.

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