Kann mir den Wikileaks-Aufreger jemand erklären?!

Alle Medienleute plappern in einer Tour vom Vertrauensverlust. Hat irgendein Mensch jemals geglaubt, dass die Diplomaten nicht versuchen, ihren Regierungen mitzuteilen, wie sie die jeweiligen Leute einschätzen? Das ist doch deren Job?! Was, um alles in der Welt, lässt denn hier einen Vertrauensverlust entstehen?

Zweite Frage: warum redet kein Mensch davon, wer diese Dokumente rausgegeben hat? Es geht immer nur um Wikileaks, kein Mensch scheint sich dafür interessieren, wer die geheimen Dokumente an Wikileaks gespielt hat?

Ich kapiere diese ganze Inszenierung kein Stück.

Kommentare

  1. die antwort auf die zweite frage: http://www.guardian.co.uk/world/2010/nov/28/how-us-embassy-cables-leaked

  2. ha, auf deutsch hier: http://www.freitag.de/politik/1047-wie-250.000-depeschen-geleakt-wurden

  3. Meiner Meinung nach ist es naiv zu glauben, dass diese Dokumente keinen Vertrauensverlust nach sich ziehen. Es ist doch ein Unterschied, ob einem bewusst ist, dass Informationen in die Heimat geschickt werden oder, ob man direkt nachlesen kann zu welchen Rückschlüssen die Botschafter und deren Mitarbeiter über die eigene Person gekommen snd.Ein zweites, großes Problem ist die Wahrnehmung der Politiker im eigenen Land. Natürlich sind vielen, die sich täglich mit Politik auseinandersetzen, beispielsweise die Absurditäten der FDP und von Westerwelle bekannt, es allerdings indirekt von den Amerikanern in der BILD-Zeitung zu lesen, regt bei vielen Leuten ganz andere Denkprozsse an. Herr Öttinger, Herr Westerwelle und sicherlich noch andere stehen plötzlich in einem sehr grellem Licht, das sie zum Teil nackt erscheinen lässt.Zuletzt lässt sich an den scharfen und bestimmten Formulierungen (“Informant ist zu schützen”) deutlich ablesen wie wichtig die Informationen für Verhandlungen der USA in allen Bereichen sind – einer Veröffentlichung kann gar nicht genug Brisanz zugerechnet werden. Nicht umsonst ist das US-Außenministerium seit Tagen am Rumtelefonieren um sich schon mal im Voraus zu entschuldigen.Und dann möchte ich noch darauf hinweisen, dass heute Tag 1 nach der Veröffentlichung ist. Die Amerikaner stehen plötzlich sehr nackt da und werden nicht mehr so leicht Druck auf Staaten wie Iran nehmen können, eventuell versiegen sogar wichtige Quellen, weil plötzlich klar ist, dass KEINE Information vertraulich ist, sondern von fast drei Millionen US-Mitarbeitern gelesen weden können.Das alles hat für die Kommunikation und Diplomatie immense Auswirkungen. Es schwächt massiv das Vertrauen in die USA und ihre Botschater, in vielen Fällen sogar das Vertrauen innerhalb von Parteien (siehe FDP). Wir haben bisher einen extrem kleinen Ausschnitt zu sehen bekommen. Empfinde die Polemik der Twitter-Kritiker doch als sehr naiv.

  4. @karlcarlson Hm, gut, gerade der Punkt mit der schwierigen Situation, in denen sich die Botschafter vor Ort jetzt befinden, ist einleuchtend.@kosmar Danke für die Links.

  5. Lügen und Betrug haben hoffentlich bald ausgedient. Es zeigt wieder einmal, dass nun diejenigen ans Kreuz genagelt werden sollen, die die Lügen und den Betrug aufgedeckt habe. Der Focus gehört zu denjenigen, die aus “diplomatischen” Ausreden heraus nicht offen und ehrlich miteinander kommunizieren. Jeder mensch weis doch, dass es auf Dauern nicht funktioniert zu lügen. Daher plädiere ich dafür: Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit und Liebe – dann klappt es auch mit der Kommunikation und es schafft viel bessere Ergebnisse.

  6. @Thomas Dickert: das ist doch mal kompletter Unsinn. Jeder weiß, dass man selbst in der innigsten Beziehung dem anderen nicht alles über ihn sagt. Dass man manche Dinge verschweigt, nicht mit allem und jedem völlig transparent umgeht. Ich finde es absolut normal, dass es in Beziehungen aller Art – ob zwischen Staaten oder Menschen – Unausgesprochenes gibt. Immer. Wenn es anders wäre, würde man sich viel zu leicht und viel zu schnell den Schädel einschlagen. “Schatz, findest Du, dass mein Hintern zu dick ist?” – Wieviele Männer antworten auf diese Frage ehrlich?

  7. Wenn ich es ändern will, komme ich damit weiter, es aus der sogenannten Normalität heraus zu erklären. Gleich Überzeugungen erzeugen das gleiche Ergebnis und es ändert sich nichts. Es zeigt jedenfalls, das wir mit dieser Weisheit nicht zu einem aufrichtigen Miteinander kommen. Auch nicht Zu-Frieden. Denn die erste Person, die “man” anlügt ist “man” selber. Ich bin sicher, dass man sich nicht den Schädel einschlägt, wenn man Wahrhaftig und offen zu anderen ist. Wut entsteht aus einem Gefühl des Mangels, der Angst und des Nicht -Geliebt-Werdens heraus. Bringe also Liebe in die Kommunikation und du wirst auch die entsprechenden Ergebnisse ernten.Und Veränderungen im Leben, die Freude bringen werden nicht aus destruktiven Gedanken erzeugt.Aber vielleicht habe ich aus die Pointe nicht richtig verstanden?!?

  8. Da war ich mal wieder zu schnell und habe meine Fehler nicht gesehen. Daher nochmals in korrigierter Form:Wenn ich es ändern will, komme ich nicht damit weiter, es aus der sogenannten Normalität heraus zu erklären. Gleiche Überzeugungen erzeugen das gleiche Ergebnis und es ändert sich nichts. Es zeigt jedenfalls, das wir mit dieser Weisheit nicht zu einem aufrichtigen Miteinander kommen. Auch nicht Zu-Frieden. Denn die erste Person, die “man” anlügt ist “man” selber. Ich bin sicher, dass man sich nicht den Schädel einschlägt, wenn man wahrhaftig und offen zu anderen ist. Wut entsteht aus einem Gefühl des Mangels, der Angst und des Nicht -Geliebt-Werdens heraus. Bringe also Liebe in die Kommunikation und du wirst auch die entsprechenden Ergebnisse ernten.Und Veränderungen im Leben, die Freude bringen, werden nicht aus destruktiven Gedanken erzeugt.Aber vielleicht habe ich auch die Pointe nicht richtig verstanden?!?

  9. ich bin ganz Martins Meinung: Cablegate? Das ist ja wirklich lachhaft. Wo ist denn da die Enthüllung? Mit solchen Leaks macht sich Wikileaks lächerlich und überflüssig.

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