J.J. Cale – der entspannteste Rockmusiker der Welt.

Vor wenigen Tagen ist J.J. Cale gestorben. Bekannt war er vor allem als “Musician’s musician”: eine Reihe seiner Songs haben durch andere Musiker weltweite Bekanntheit erlangt, wie beispielsweise “Cocaine” und “After Midnight” (durch Eric Clapton) oder “Call Me the Breeze” (u.a. durch Lynyrd Skynyrd).

Seine Songs waren nie kompliziert — die wenigen Akkorde kann fast jeder spielen, der schon mal drei Gitarrenstunden genommen hat. Und auch seine Soli waren nie besonders virtuos — leicht stolpernd vor sich hin perlende Notenketten, die immer aus einer Art Nirgendo zu kommen schienen und sich in einem Nirgendwo verloren. Das absolut Abgefahrene an seiner Musik und seiner ganzen Art war eine derart entspannte Coolness und Relaxtheit, die es kaum bei irgendeinem anderen Musiker zu sehen gibt.

Aber dabei liegt hinter der Musik immer ein Groove, der die Füße wippen lässt. Ich wünschte, ich könnte so cool grooven. Bei seinem Crossroads Festival hat Eric Clapton mit J.J. Cale zusammen gespielt. Er selbst sagt zu dieser Art von J.J. Cale, so unglaublich relaxte Musik zu spielen: “I can play like that ’til the cows come home.”

Sehen kann man das ganz gut in dieser Session im Paradise Studio 1979 (1 Stunde 19 min.):

Besonderer Hinweis: bei diesem YouTube-Video glatt mal in die Kommentare gucken, es lohnt sich.

Und hier Clapton und Cale mit zwei Songs beim Crossroads Festival:

J.J. Cale hat mit daran gearbeitet, eine Musikgattung zu erfinden, die mich immer wieder mit ihrer inneren Energie und Kraft berührt, und die nicht auf äußerliche Posen und Zirkus setzen muss.

R.I.P. J.J. Cale.

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