Empfehlenswerte Texte der vergangenen Woche.

Edward Snowden wird in Deutschland von vielen als eine Art Held gesehen. Ich zähle auch zu diesen Leuten — ich finde bewundernswert, welchen Mut er aufgebracht und wie er sein eigenes Leben in Gefahr gebracht hat, um auf einen massiven Missstand hinzuweisen. Dankenswerter Weise erinnert uns Wolfgang Michal auf Carta jetzt daran, dass Snowden zwar Held sein mag, aber dabei immernoch ein amerikanischer Held. Jemand, der seinem eigenen Land dienen will, und für den der Rest der Welt vermutlich sehr nachrangig ist.

Beim Westen kann man lesen, für welche “Peanuts” offenbar ein Werbeveezicht bei ARD und ZDF zu haben wäre. Fänd ich super.

Saturn und Media Markt finde ich – aus Firmenphilosophie- und Marketing-Sicht – dagegen ziemlich furchtbar. Furchtbar fänd’ ich aber auch, wenn wir auf eine Zukunft zusteuern sollten, in der Amazon ungebremst auf eine monopolartige Stellung zumarschiert. Deswegen freue ich mich über Konkurrenz für den Versandkonzern. Sollte die aus meiner Sicht unerwartete Allianz aus MediaMarkt / Saturn und MyTaxi tatsächlich ausgerollt werden, wäre das ein spannendes Zeichen in dieser Hinsicht: durch die Omnipräsenz der MediaMarkt- und Saturn-Geschäfte wäre dem Verbund vielleicht ein noch schnellerer Service möglich, als Amazon das mittels Postversand hinbekommen kann. Und daher könnte das vielleicht für Bewegung sorgen.

Ich lese viel weniger in Blogs rum, als ich sollte. Denn es gibt darunter Perlen, die meine Aufmerksamkeit verdienen — viel eher als manch’ anderer Quatsch, mit dem ich manchen Abend verbringe. Am Montag bin ich zufällig über das Blog von Katja Berlin gestolpert und habe es tatsächlich von oben bis unten durchgelesen (sie schreibt leider nicht sehr oft — wenn, dann richtig). Da stehen hinreißende Dinge drin, wie beispielsweise:“Städte verändern sich. Das ist ihr Wesen. Würden Städte sich nicht verändern, hießen sie München.”

Wenn ich über Bloglesen nachdenke, fällt mir eigentlich meistens wirres.net ein. Da ich Katjas Blog ausgelesen hatte, musste ich ein anderes Blog weiterlesen, daher also wirres. Dort fand ich einen tollen Text von Torsten Dewi über die dritte Staffel der Sherlock-Serie mit Benedict Cumberbatch. Ich habe mich sehr auf die dritte Staffel gefreut und sie dann auch ziemlich zügig hintereinander weggesehen und … ja. Ich wollte mir selbst wohl schlicht nicht eingestehen, dass ich enttäuscht war. Ich fing gar an zu überlegen, ob ich vielleicht einfach nicht hardcore genug bin, um das zu lieben, oder ob ich vielleicht manche Dinge nicht verstanden habe … ich habe den Fehler bei mir gesucht. Aber Dewi erklärt glücklicherweise, was los ist: der Kaiser hat keine Kleider. Moffat und Gatiss holen sich mittlerweile mit ihrer Selbstverliebtheit einen runter, anstatt tolle Geschichten zu erzählen und uns über Sherlock staunen zu lassen. Schön, dass ich mir nicht mehr einreden muss, dass ich’s irgendwie nicht kapiert habe. Schade für die Serie.

Bei TNW gibt’s eine ziemlich angsteinjagende Geschichte dazu, wie sich jemand einen coolen Twitter-Account (@n) hat abnehmen lassen. Der Dieb hat den Account offenbar immernoch (?), jedenfalls sind keine Tweets zu sehen. Dass irgendeine Google-Software Katzen erkennt und zu einer Kategorie zusammenfasst, ohne dass die Entwickler der Software das erklären können, ist ebenfalls angsteinjagend. Aber auch ziemlich lustig.

Und mspro hat für sein Buchprojekt über 20.000 EUR eingesammelt. Alle Achtung, Glückwunsch, ich bin gespannt, was dabei herauskommt!

Noch keine Kommentare.

Add Comment