Eine eilige Bitte um Mithilfe, Retweet und Weiterleiten!

Hiermit möchte ich alle, die dieses lesen, dazu einladen, Krautreporter zu unterstützen. Es handelt sich um ein aus meiner Sicht wichtiges Projekt für die Zukunft des Journalismus in Deutschland, und vielleicht auch darüber hinaus. Die Frage, ob das Projekt gelingt, entscheidet sich bis Ende dieser Woche. Damit es klappt, werden noch einige Mitglieder gebraucht — daher bitte ich darum, das Projekt jetzt zu unterstützen. (Hier!)

Folgend meine zwei wichtigsten Gründe dafür:

Ein Impuls für echten Journalismus in Deutschland.
Wir wissen alle, dass der Journalismus in Deutschland (wie auch anderswo) unter strukturellem Druck steht. Selbst diejenigen Medienmarken, die sich mit investigativen Geschichten und Enthüllungsstories einen Namen gemacht haben, beugen sich mehr und mehr dem Diktat der Klicks, welches viel Wirbel bei wenig anspruchsvollem Content fordert. Wenn sich eine Reihe gestandener Journalistinnen und Journalisten nun zusammentut, um auf anderem Wege wieder eine Langform des kritischen investigativen Journalismus zu versuchen, dann sollten wir alles tun, damit dieses Projekt eine Chance bekommt.

Ein wichtiges Spendenziel — trotz vieler anderer wertvoller Spendenziele.
Natürlich muss jede/r für sich entscheiden, wofür sie oder er spenden mag. Da ist jede/r die eigene moralische Instanz und kann nur dem eigenen Kompass folgen. Ich möchte aber gern ein gewichtiges Argument für Krautreporter nennen. Wir haben — schmerzhaft — herausgefunden, dass die Demokratie unter den Regierungssystemen trotz aller Schwächen wohl weiterhin als das kleinste Übel anzusehen ist. Unsere Demokratien sind derzeit jedoch unter Beschuss. Durch den stetig wachsenden Einfluss kommerzieller Kräfte werden immer mehr Entscheidungen in Hinterzimmer verlagert, während demokratiefeindliche Spionage-Betriebe systematisch die wichtigsten Grundregeln unserer demokratischen Verfassungen unterminieren und aushölen. In solchen Krisen-Zeiten ist komplett unabhängiger Journalismus noch dringender nötig als sonst schon. Wir können uns auf Dauer nicht leisten, dass allein der Guardian, finanziert durch einen milliardenschweren Fonds, uns die Geschichten liefert, die helfen, unsere Demokratien zu überprüfen. Ohne Überprüfung und Kontrolle werden sie jedoch langsam aber sicher untergehen. Es braucht dieses Experiment auch für unsere Demokratie. Nicht, weil Krautreporter sie allein retten kann. Sondern weil das Projekt zeigt, dass wir neue Weg finden, unabhängigen Journalismus zu organisieren. Der sich keinem Werbe- oder Klick- oder Medienfürsten-Diktat beugt, sondern allein dem Willen zur richtigen, wichtigen Geschichte.

Im Internet hat es in den vergangenen Wochen und Monaten einige Kritik an Krautreporter gegeben. Zu schlecht kommuniziert, zu wenig ausgewogen in Bezug auf Gender und Vielfalt, zu wenig inspiriert, zu wenig offen für Kritik. Diese Kritik hat sich aber nie an der Idee an sich entzündet, sondern immer nur an bestimmten Teilaspekten. Ich finde auch, dass manche dieser Kritik gerechtfertigt ist. Aber eine Sache in ihrer Planungs- und Finanzierungsphase zu kritisieren, bedeutet nicht, dass die Sache deswegen nicht starten soll.

Im Gegenteil: lasst uns die Sache jetzt unterstützen, damit sie stattfindet, und damit wir die Möglichkeit erhalten, die Macher bei ihrem Projekt zu begleiten und konstruktiv zu kritisieren. Anstatt sie scheitern zu sehen und damit vielen anderen die Lust oder das Vertrauen nehmen, ähnliche Dinge zu starten!

Ich selbst habe nicht den Mut, nicht die Ausdauer, nicht die Zähigkeit, nicht die Chuzpe, um der Journalist zu sein, der mit allem Nachdruck und seiner ganzen Kraft den wichtigen Stories so lange auf der Spur bleibt, bis sie öffentlich sind und Wellen schlagen. Daher habe ich für die Journalistinnen und Journalisten gespendet, die sich das vornehmen. Macht doch auch mit und lasst uns sehen, was daraus wird!

Hier entlang zur Unterstützung.

Und hier geht’s zur Party heute Abend, da könnt Ihr ein paar Krautreporter kennenlernen. Ich wäre gern dabei, Berlin ist aus Mailand aber ein bißchen weit.

(P.S.: Ich bin in keinster Weise mit dem Projekt verbandelt, kenne kaum Beteiligte, und wenn, dann meistens entfernt und nur online. Dies ist schlicht meine Meinung.)

Kommentare

  1. “Aber eine Sache in ihrer Planungs- und Finanzierungsphase zu kritisieren, bedeutet nicht, dass die Sache deswegen nicht starten soll.”

    Bei Seedmatch (#1 Startup Crowdfunding Plattform in D) haben wir ständig mit Ideen in der Planungs-/ Finanzierungsphase zu tun, die alle hinterfragt (Rechnet sich das? Ist das unterstützenswert?) und kritisiert werden. Jede Innovation muss sich dieser Frage stellen. Die Krautreporter haben einfach Funding-technisch einiges falsch gemacht, handwerklich. Sonst wäre das Funding längst im Ziel.

  2. … und ich dachte, es geht um was Wichtiges :-/

    Krautreporter sind langweilig und aufgeblasen. Das ist auch nicht die Finanzierung einer Idee, sondern Mitleids-Betteln. Wer so eine lahme Sau durch’s Dorf treibt wie die Krautreporter, macht letztlich nur das Prinzip Crowdfunding unglaubwürdig.

    Übrigens wird es die Krautreporter so oder so geben. Das Geld wird gar nicht wirklich benötigt, ist nur ein Nice-To-Have für die Beteiligten.

  3. Lieber anonymer Dieter,

    abgesehen davon, dass ich insgesamt etwas anderer Meinung bin als du: Woher hast du deine Information, dass es das Krautreporter-Onlinemagazin angeblich so oder so geben wird? Dass das Geld nur “nice to have” ist?

    Ist nämlich leider völliger Quatsch. Nach dem Ende der Kampagne (egal ob diese erfolgreich sein wird oder nicht) wird es wieder die “alte” Krautreporter-Plattform geben, auf der einzelne journalistische Projekte gefundet werden können. Das wurde auch von Anfang an so kommuniziert.

    Für das Krautreporter-Onlinemagazin brauchen wir 15.000 Abonnenten. Fast 2/3 davon haben wir schon – und wir tun alles, um die restlichen 5000 auch noch zu überzeugen.

    Viele Grüße,

    Christoph

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