Ein Akzent ist kein Apostroph.

Achtung, Warnung: dies hier ist ein absoluter Oberlehrerblogeintrag. Aber manchmal habe ich halt solche Anwandlungen. Also, es geht um folgendes – was fällt an diesem Satz auf?:

The young man`s cat had white paws.

Na? Nein, nicht, dass es Katzencontent ist. Sondern: dass das Apostroph zwischen man und s kein Apostroph ist. Es ist ein “Accent”; das Zeichen, das man beispielsweise auf dem französischen Wort mère (Mutter) findet. Mit Apostroph sähe die Sache so aus:

The young man’s cat had white paws.

Es handelt sich dabei um zwei völlig unterschiedliche Zeichen auf der Tastatur:

Accent_apostroph

Jetzt kann man mich, wie gesagt, gern einen absoluten Korinthenkacker schimpfen, aber ich finde jedesmal, dass es einfach total blöd aussieht, wenn dort, wo ein Apostroph hingehört, stattdessen ein Akzent verwendet wird. Und man wird staunen, wieviele Leute das machen! Zumal es doch eigentlich auffallen müsste, dass dieses fälschliche Apostroph das einzige Satzzeichen wäre, für das man zuerst das Zeichen und dann ein Leerzeichen tippen muss, um es zu verwenden. Aber das liegt an folgendem: die Akzenttaste funktioniert ja nicht sofort – sie kann nicht, denn der Akzent kann ja auf verschiedenen Búchstàbén verwendet werden. Man muss deswegen erst mittels Tastendruck festlegen, auf welchen Buchstaben der Akzent kommt, vorher wird er auch nicht angezeigt.

Wer ihn stattdessen zum Apostroph verbiegt, setzt ihn wohl oder übel über ein Leerzeichen. Beim Apostroph nicht nötig – ich tippe drauf und schon ist’s da.

Der arme Akzent. Wird umgepolt zum Apostroph. Das selbst sein völlig ungenutztes Dasein über der # fristet. Das muss ein Ende haben!

Kommentare

  1. Willst Du un`s jetzt den Deppenakzent verbieten? ;)

  2. d´accord :)

  3. Eine Sache ist nicht ganz korret. Für den Accent braucht´s kein extra Leerzeichen. Zumindest dann nicht, wenn man ihn zum Zusammenziehen von 2 Worten verwendet. Dadurch ergibt sich eine geringe, aber merkliche, Zeitersparnis. Vor allem, da ich nicht noch extra Shift drücken muss. Wenn ich aber einen Endbuchstaben verschlucken will, dann hast du natürlich recht. Auch wenn ich`s nicht versteh’, wie man sowas störend finden kann. =)

  4. @arnoklein Nee, das Deppenapostroph!@eol89 Verstehe ich nicht – wie zieht man denn mit einem Akzent zwei Wörter zusammen?

  5. Danke von jemandem, der auch mit richtigen Akzenten zu kämpfen hat.Für die nächste Folge bitte:Das ist ein Minus: – (auf dem Mac: -)Und das ist ein Gedankenstrich: – (Auf dem Mac: alt und -; sieht hier aber genau so aus wie das normale Minus)Und das hier ist ein noch längerer Strich (bitte erklären, wofür man den benötigt): — (auf dem Mac: alt, shift und -).

  6. Jetzt wirds doch etwas sehr korintenkackerisch(ich bin ein Stilgenie!). Ich meine doch selbstverständlich, wenn man den ´ als ‘ verwendet. Und damit kann man Worte zusammenziehen. Bsp.: hat es zu hat’s(hat´s).

  7. Deswegen gehören die Apostrophen ja zu den “Dead Keys”. Dass bei Nutzung dieser “Zeichen” die entsprechenden Worten aus den Suchergebnissen fliegen, scheint die Nutzer nicht zu stören.Ich glaube vielmehr, dass sie sich insgeheim an den schönen roten Klingeln unter den Wörter erfreuen, die die Rechtschreibprüfung einfügt.

  8. Deswegen gehören die Apostrophen ja zu den “Dead Keys”. Dass bei Nutzung dieser “Zeichen” die entsprechenden Worten aus den Suchergebnissen fliegen, scheint die Nutzer nicht zu stören.Ich glaube vielmehr, dass sie sich insgeheim an den schönen roten Klingeln unter den Wörter erfreuen, die die Rechtschreibprüfung einfügt.

  9. @bosch Dazu verweise ich gerne ich das “Wikipedia Manual of Style”: http://en.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Manual_of_Style#DashesAls Ergänzung: der kürzere hat die Länge eines großen “N”s, der längere die eines großen “M”s. Daher werden diese auch en dash und em dash genannt.Leider wird das im weiteren Verlauf wirklich Typografie-Hardcore. Die Verwendung ist im Deutschen und Englischen nämlich unterschiedlich. Außerdem gibt es eine Menge verschiedener Anwendungsmöglichkeiten. Hierzu einfach mal bei “Typografie für Webautoren” nachlesen und staunend den Kopf schütteln: http://webdesign.crissov.de/Typographie#GeviertProst!

  10. @bosch Dazu verweise ich gerne ich das “Wikipedia Manual of Style”: http://en.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Manual_of_Style#DashesAls Ergänzung: der kürzere hat die Länge eines großen “N”s, der längere die eines großen “M”s. Daher werden diese auch en dash und em dash genannt.Leider wird das im weiteren Verlauf wirklich Typografie-Hardcore. Die Verwendung ist im Deutschen und Englischen nämlich unterschiedlich. Außerdem gibt es eine Menge verschiedener Anwendungsmöglichkeiten. Hierzu einfach mal bei “Typografie für Webautoren” nachlesen und staunend den Kopf schütteln: http://webdesign.crissov.de/Typographie#GeviertProst!

  11. @Michael: Das war doch mal ein sehr interessanter Hinweis. Vielen Dank dafür.

Add Comment