Die Verzweiflung der sueddeutschen.de muss endlos sein.

Über einen Hinweis bei Turi2 habe ich eine Sache entdeckt, die interessant
erschien: offenbar ein Artikel in der Südeutschen (online), die erläutert,
was Journalisten meinen, wenn sie bestimmte Dinge sagen. Also klick:
http://www.sueddeutsche.de/medien/909/509046/bilder/?img=0.0

Ergebnis: Ich bin verwirrt – denn ich bekomme gar keinen Text, sondern nur
ein Bild mit einem einzelnen dürren – wie soll man sagen? – Textfragment:

“Journalisten unter sich haben eine ganz eigene Sprache. Was sie sagen
und was sie damit meinen – hier gibt’s die beliebtesten Redewendungen.

Der Journalist sagt:

Unter drei. Unter vier.”

Ich klicke artig auf den “Nächstes Bild”. Aha. Ein neues Bild. Und darunter
ein wenig mehr Text, der der dürren ersten Zeile etwas Sinn spendet. Hm.
Nochmal auf weitergeklickt. Wieder nur ein kryptisches Fragment. Okay wieder
weiter. Und auf einmal wird mir trottelig-doofem Leser klar: ich werde hier
grade zu absolut dummem IVW-Klickvieh gemacht!

Anstelle eine Geschichte in einem vernünftig formuliertem Text zu
veröffentlichen, wird eine Bildergeschichte draus gemacht! Obwohl sie keine
Bilder braucht! Mit anderen Worten: wo früher immerhin vorher klar war, wenn
es sich um klickgeile Bilderstrecken gedreht hat, werden jetzt sogar die
Textartikel in unlesbare Bilderklickstrecken verwandelt.

Wie absolut verzweifelt muss man sein, um sowas zu tun?

Kommentare

  1. Diese Marotte wird sich nicht lange halten. Die Konkurrenz um unsere Aufmerksamkeit ist zu groß.

  2. Das ist mir auch als neuer Meilenstein der Klickstreckenverarsche aufgefallen. Allerdings habe ich1. nicht mal auf den ersten Link geklickt.2. mich gefragt, warum turi solch einen Sch… auch noch verlinkt.

  3. Diese Marotte gibt es doch schon lange. Gefühlte 5 Jahre. Mal mehr mal weniger sinnlos. Etwas besonderes, ausgefallenes, gar extrem verzweifeltes scheint mir das nicht – eher was aus dem Grundlagenseminar Onlinejournalismus. Und es wird genug Dumme geben, die wissbegierig solche Bilderstrecken/Quizzes/Promivergleiche durchklicken werden … nicht nur bei der Süddeutschen sondern auch bei SPON und anderen.

  4. Leider wurde die Klickstrecke inzwischen gelöscht. Scheint der SZ offensichtlich zu peinlich geworden zu sein. Schade!

  5. Um diese Klickstrecke ist es ebensowenig schade wie um die vielen, vielen anderen, die ihre Stelle eingenommen haben. Es ist auf sz-online schon fast so “klickerig” wie bei der dafür berüchtigten Rheinischen Pest …

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