Bin ich zu blöd für Google, oder ist Google zu blöd für mich?

Ich verstehe das Kontensystem bei Google nicht. Ich verstehe die Nutzerführung bei Google nicht. Ich verstehe insgesamt nur sehr wenig von dem, was bei Google passiert. Kann es sein, dass bei Google nur Techniker arbeiten, die ausschließlich für andere Techniker coden? Ich bin kein Techniker. Ich bin eine Art Advanced-DAU.

Bislang habe ich keinen Googlemail-Account gehabt. Aber natürlich bin ich neugierig auf “Google Buzz”, und drum habe ich mir einen eingerichtet. Ich habe bereits einen Account bei YouTube, denn ab und zu lade ich dort Videos hoch. (Die allerdings nicht länger als 10 Minuten sein dürfen – was mich dazu zwingt, weiter bei Sevenload einen weiteren Account zu führen.)

Der Versuch, meinem bestehenden Account bei YouTube (oder ist es ein Account bei Google? Ich bin da nicht sicher) einen Googlemail-Account hinzu zu fügen, trieb mich kürzlich fast in den Wahsinn. In einem endlosen Zirkel aus nicht funktionierenden Passwörtern, Fehlermeldungen und Neuanmeldungen, sinnlosen Entscheidungsfragen und anderen Dingen, die der geistigen Gesundheit alles andere als zuträglich sind, wurde ich so lange zerrieben, bis ich schließlich aufgegeben, Firefox geschlossen und auf Safari eine komplett neue Session begonnen habe, mit der ich mir dann ein quasi jungfräuliches E-Mail-Konto anlegen konnte. Unverbunden. Frei und unbeschwert.

Damit soweit angefreundet, begann ich gestern, mich mit Buzz auseinander zu setzen. Da stellte ich fest: es reicht nicht, eine Mailadresse bei Google zu haben. Man muss auch eine Profilseite haben. Ein paar Klicks, fertig ist sie (auch wenn das Layout/Design alles andere als gut aussieht), und ich haben angefangen, Kontakte bei Buzz hinzuzufügen und zu lesen, welches lustigen Dinge Jason Calacanis oder Kosmar so posten.

Erm. Moment. Jetzt habe ich ja nicht nur einen Googlemail-Account, sondern mit der Profilseite auch ein weiteres Google-Konto? Nicht das, mit dem ich YouTube nutze – ein anderes. Denn ersteres konnte ich ja nicht an die Googlemail-Adresse anbinden.

Es ist schon irgendwie dämlich, wenn man über ein Konto seinen Googlemail-Krams und die eigenen Profilseite organisiert, auf einem anderen Konto aber sein YouTube-Profil laufen hat. Durch Herumklicken in meinen verschiedenen Konten bleibt es mir jedoch völlig unmöglich, die Verbindungen zwischen einem Konto bei Google, einem Mailaccount bei Google und einem YouTube-Account zu begreifen, geschweige denn sie zu verändern – so, dass daraus ein einheitliches System wird, über das ich alles managen kann. Und über das – das darf ja nicht vergessen werden – Google einheitliche Informationen über mich hat. Darum geht es doch, Google möchte doch alles so schön einheitlich und zusammengefasst haben, damit es mich als Nutzer und Menschen versteht? Oder nicht?

Grade wollte ich bei Google Buzz einen Eintrag von Mario Sixtus kommentieren. Google Buzz teil mir mit, wiederholt, nach mehrfachen Versuchen: “Ups! Beim Posten Ihres Kommentars ist ein Fehler aufgetreten. Versuchen Sie es in einigen Sekunden erneut.” Ich mag nicht mehr versuchen.

Ich schreibe dieses hier nicht, weil ich darauf hoffe, dass mir hier irgendjemand helfen kann. Ich glaube, mir ist nicht zu helfen … Ich schreibe dies für all jene, die darauf spekulieren, dass Google vielleicht künftig den anderen Imperien – Apple und Facebook – Konkurrenz machen wird. Ganz ehrlich? Die meisten Nutzer sind – das behaupte ich mal – NOCH weniger als ich bereit, sich mit diesen ganzen Unzulänglichkeiten auseinander zu setzen. Die werden diesen ganzen abstrusen Unsinn ganz sicher nicht mitmachen.

Insofern wird das nix, mit Google und dem Social Web. Oder aber: ich bin einfach doch zu blöd für Google. Das wäre ja immerhin auch eine Erkenntnis, mit der sich weiterarbeiten lässt.

Kommentare

  1. mir ist es genauso gegeangen, auch ich bin zu blöd, die Usability ist unterirdisch + ich habe mich auch für Testzwecke eingelassen

  2. Genau deswegen habe ich mich -zumindest vorerst- entschieden, Google Buzz nicht zu nutzen.Was mich noch viel mehr verwundert hat, ist dass mir Google eine ganze Menge bekannter Gesichter vorschlägt, die ich zwar kenne, mit denen ich allerdings via Googlemail nie Kontakt hatte?!?Google weiß einiges, ich frage mich allerdings woher?

  3. Weniger ist mehr : Ist buzz ein must ???

  4. @Moritz Natürlich nicht. Aber ein neuer Social-Networking-Ansatz von Google verdient schon einen Test und eine Auseinandersetzung, denke ich. Ein Muss ist hier überhaupt nichts. Zumindest für eine ganze Weile nicht. Zu einem Muss wird eine Anwendung überhaupt erst dann, wenn man sozial ausgeschlossen ist, wenn man sie nicht verwendet. Es kann sein, dass Facebook das eines Tages gelingt. Das Telefon hat’s vor einer Weile geschafft, E-Mail auch. ;)

  5. Letzteres stimmt: Google ist (zu) blöd. Das sage ich weniger aus eigener Erfahrung (bislang fand ich mich dort halbwegs zurecht). Ich sage es, weil ich es allein bei der Gründung und Pflege von einem guten Dutzend sog. Google Groups xfach, xfach erlebt habe: Die Menschen, die zu diesen Gruppen dazustoßen wollten oder sollten, kamen – na, vielleicht nicht mehrheitlich, so dann doch aber sicher zur Hälfte – mit Googles idiotischer Bedienerführung einfach nicht oder nur sehr schwer oder erst nach längeren anlaufzeiten nicht zurecht.Es ist auch vollkommen offensichtlich, woran es bei Google fehlt: Dort gibt es definitiv keine Usability-Abteilung, die an die eigenen Produkte mit dem Auge und Können eines Ungeschulten herangehen darf – und den Technikern dann auch verbindlich auf die Finger klopfen darf »So nicht«. (Und wenn sie darf, macht diese Abteilung ihren Job denkbar mies, letztlich ohne jeden Nutzwert.)Gleiches Phänomen übrigens auch bei Facebook, wenn wir mal bei den Social Media bleiben. Von Yahoo ganz zu schweigen (das ich genau aus diesem Grund prinzipiell meide, genau so, wie ich auch Oberflächen-Frechheiten à la Microsoft Vista nur anfasse, wenn ich muss).Also, lieber Martin: Bist nicht allein. Frage ist nur: Wie ändern? In Sachen Betriebssytem hatten wenigstens die, die sich nicht mit allem Mist abfinden wollten, seit jeher die Alternative Apple. (Dort gibt es auch Dummheiten en masse – aber eben doch bei weitem nicht so zahlreiche wie in den Microsoft-Oberflächen.)Wo aber ist die Alternative zu Google?Es wäre schon sehr, sehr hilfreich, wenn es wenigstens eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung für Google Buzz gäbe, die mit leicht dechiffrierbaren Screenshots das How to do idiotensicher erklärt. Wo liegt das Problem, so etwas zu veröffentlichen? Ich darf noch einen Schritt ausholen? Habe soeben mal testweise mein erstes Buzz erstellt. (Ich brauche mich glücklicherweise noch nicht von jedem Hype in Ist-Zeit mitreissen lassen.) Ich hatte sehr wohl gesehen, dass es in diesem Moment den Link gab »Profil anzeigen«, dachte aber: Schick’ erst mal los. Schau’‚ Dir später an. Losgeschickt – und nun ist nirgends ein Link sichtbar, von dem ich annehmen kann: Hier wird mein Profil definiert.Ich bin sicher: werde ich finden. Aber so etwas darf auf keinen Fall sein. Was wir hier sehen, ist diese katastrophal, übrigens Vista-typische, also auch Vista-inspirierte? Bedienoberflächen-Dynamik, die bei jeder Aktion wieder eine andere Oberflächenstruktur erzeugt. @Google: Das ist Krampf! Hier ist Nachsitzen notwendig!PS: Es braucht kein eigenes Buzz-Profil. Man benutzt das Google->>Konto, mit dem man auch bisher sich bei Google einloggte. Richtig ist aber auch: Wenn ich mich mit slch enem Konto bei Google einlogge, taucht nirgends (!) irgenden Link zu Google Buzz auf. Wenn man nicht weiß, dass Buzz irgendwas mit Google Mail zu tun hat (und man also in der Kopfzeile des Google-Fensters (eingeloggter Zustand) auf »E-Mail« klicken muss, hat man verloren.PPS: Ich werde jedenfalls einen Teufel tun und nun nach XING, Twitter, bisschen Facebook (für mehr reicht dort schon gar nicht mehr meine LEBENSzeit) und Skype ein fünftes Fass aufmachen und nun auch noch auf der Google-Schiene irgendwelche Stati veröffentlichen etc.pp.Wer spätestens an dieser Stelle nicht begreift, dass all diese »Dienste« genau das Gegenteil sind, nämich Diebe, Zeitdiebe!, dem fehlt offenbar momentan der Bezug zur (nicht menschengemachten) Realität.Danke, Martin, falls Du das stehen lässt: Müsste so was mal endlich selber bloggen, aber: im Moment keine Zeit (sic!).

  6. Habe diese Frage auch bei Google Buzz gestellt, dort gibt’s eine intensivere Diskussion – hiermit sei darauf hingewiesen: http://tinyurl.com/kapier-goog-nich

  7. ich habe einen google for apps account, damit geht buzz nicht, also nicht in gmail, aber irgendwie habe ich doch buzz, aber nur in der mobile ansicht. und auf meinem google profil. das verstehe auch, wer will.

  8. Buzz ist sicher noch extrem unausgereift. Das zeigen die vielen Updates und Änderungen hinsichtlich Privacy und Co.Aber die Probleme mit deinem Google bzw. GMal Account kann ich nicht nachvollziehen. Habe meinen Account schon sehr lange und alle Dienste von Google (die Google im Laufe der Zeit gekauft oder zusammen gelegt hat wie Youtube, Feedburner etc.) laufen auf einem LOgin. Ohne Probleme!?Die Usability von GMail ist anfangs gewöhnungsbedürftig – mit der von Buzz tue ich mich da aktuell noch sehr schwer – aber das ändert sich asap, wenn man die Vorteile wie viel Speicher, perfekte Ablage per Labels, die super schnelle Suche in den Mails und die Verknüpfung mit Docs und Notebook usw.Ich mag mein Google Konto und dank Android ist das alles jetzt auch mobil easy nutzbar. Etwas Übung und ich habe schon viele zu “Google Jüngern” werden sehen. :)

  9. Bin schon seit Jahren zu blöde für Google und ich dachte, ich sei allein damit.

  10. Ehrlich gesagt verstehe ich die Aufregung nicht ganz. Die Dienste von Google haben mich bisher insbesondere duch ihre Enfachheit beeindruckt.@Jochen: Jeder Service von Google lässt sich über die URL finden (http://buzz.google.com, http://scholar.google.com, usw.)@Djure: Google Buzz lässt sich in den Einstellungen von GMail abschalten. Und zwar vollständig und dauerhaft. Das Löschen eines Profils ist hierzu nicht notwendig.Nur eines ist mir schleierhaft: Überall konnte ich problemlos Kommentare buzzen – bloß nicht bei Mario Sixtus! Weder in seinem Google Reader noch in seinen Buzzes. Woran kann das liegen?

  11. Ach so: Mario Sixtus hat offensichtlich in seinem GReader die Kommentarfunktion nicht aktiviert.

  12. @Djure: Danke für den Hinweis! Das ist in der Tat lästig.

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